1936 Rügendammbrücke Stralsund

Rügendammbrücke Stralsund
Die Eröffnung der Eisenbahnfährlinie 1910 von Saßnitz und Trelleborg lies den Verkehr wieder aufleben. Am 4. Mai 1911 übergab das Ministerium der öffentlichen Arbeiten eine Denkschrift, die den Titel „Die Entwicklung des Verkehrs und des Betriebes der Eisenbahn auf der Insel Rügen und die Verbindung mit Stralsund“ trug. Das Bauprojekt von 1914 sah eine 1.200 Meter lange stählerne Hochbrücke zwischen dem Dänholm und Rügen vor. Durch Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde die Planung verworfen.
Durch die hohe Nutzung des Trajekt, die jährlich 185.000 Reisende betrug, wurde eine Verbindung zu Rügen auch für die Deutsche Reichsbahn interessant. Am 5. Februar 1930 wurde in Stralsund ein Verein zur Förderung des Projektes gegründet. In diesem Jahr wurden auch die Vorbereitungen für den Beginn des Baus getroffen. Ein großer Teil der Erdarbeiten sollte daher durch den Reichsarbeitsdienst erledigt werden. Die Gesamtleitung für den Bau des Rügendamms inklusive dem Bau der Straßen wurde der Reichsbahndirektion Stettin übertragen. Die Verantwortung wurde Reichsbahnrat Rudolf Heinsch, als Dipl. Ing übertragen. Das Projekt sah den Schiffsverkehr im Ziegelgraben zwischen Stralsund und Dänholm mit einer Klappbrücke vor. Die Verbindung vom Dänholm nach Rügen ist eine feste Brücke mit 10 Flutöffnungen. Für die Bahnstrecke sind drei Straßenüberführungen (Paschenbergbrücke, Köppenbergbrücke, Greifswalder) und drei Straßenunterführungen (An der Werft, Schwarze Kuppe und Bauhofstraße), sowie eine Fußgängerunterführung und ein Tunnel am Bahnhof Rügendamm nötig.
Im August 1931 begannen die Arbeiten für die Stralsunder Brücke. Durch nicht Ausgezahlte Krediete der Schweden kamen die Arbeiten ins Stocken. Die deutschen Nationalsozialisten unterstützten den Bau vorrangig, da hier eine hohe Arbeitslosigkeit herrschte. Die Erdarbeiten erfolgten zunächst im Handbetrieb – eine Maßnahme hauptsächlich zur Arbeitsbeschaffung für Arbeitslose. Im November 1933 begannen die Arbeiten zur Ausbaggerung der Fahrrinne im Ziegelgraben. Der Bau der Ziegelgrabenbrücke begann im März 1934. Die Teile der Eisenbahnbrücke waren geschweißt und die Hauptträger auf extra angefertigten Eisenbahnwagen angeliefert und Mittels eines Kranschiffes eingeschwommen worden. Die Stützen der Pylone wurden durch das Kranschiff zum Bauwerk gebracht und mit Schwenkkranen gesetzt. Die jeweils 325 Tonnen schweren Überbauten der per Schiff aus Stettin antransportierten Teile der Straßenbrücke waren vollständig genietet. Am 5. Oktober 1936 fuhr der erste Zug mit 4 Waggongs über den 2.540 m langen Rügendamm. Die Straßenbrücke wurde im Mai 1937 freigegeben. Für die Aufschüttung des Dammes wurde eine 50 m breite und 5 m dicke Schlickschicht von 2,5 Millionen m³ abgebaggert. Es wurden 11.800 Tonnen Eisen sowie 48.000 m³ Beton verbaut.
Am 1. Mai 1945 sprengten, sich nach Rügen abgesetzte Einheiten der SS und Wehrmacht, die Ziegelgrabenbrücke. Eine hölzerne, von russischen Pionieren, gebaute Brücke, jedoch nur für Fußgäger übernahm den Dienst. Durch Unterstützung der SMA Schwerin wurde die Straßenbrücke des Rügendamms im Oktober 1946 für den Verkehr freigegeben. Im Oktoner 1947 konnte wieder ein Zug den Rügendamm passieren. Im Jahre 1967 wurde mit dem Bau einer 476 m langen Betongstützwand zum Schutz der Dammböschung begonnen. Pläne sehen ab 1990 den Neubau einer Brücke vor.
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